Laufente auf dem Gnadenhof

Der mysteriöse Mister X: Hilfe, unsere Laufente sucht einen Namen!

Liebe Freunde und Freundinnen des Begegnungshofs, heute brauchen wir Eure Hilfe! Diese Woche haben nicht nur wir uns überschlagen (wenn wir auf Gummistiefeln in den Stall rennen, passiert das schon mal), sondern auch die Ereignisse! Der mysteriöse Mister X ist bei uns in die Entenstube eingezogen, denn der arme Kerl sollte geschlachtet werden. Ehrensache, dass wir ihn vor diesem Schicksal bewahren mussten, denn Mister X ist eine Laufente und wir sind ein Gnadenhof.

»Passt!«, haben wir uns gedacht und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Mister X ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Jetzt hat er alles, was er braucht, nur eines fehlt noch: der passende Name! Damit Ihr auf Ideen kommt, wie wir unseren Neuzugang nennen können, wollen wir ihn Euch jetzt mal besser vorstellen!

Was ist eigentlich eine Laufente?

Laufen kann schließlich jede Ente, oder? Oder eher watscheln? Über den Stil lässt sich natürlich streiten, aber ja, natürlich kann jede Ente laufen. Die Laufente, die wir meinen, kann allerdings nicht besonders gut fliegen und zieht einen Spaziergang vor. Flattern ist aber in Ordnung, etwa, wenn in einem Hochbeet besonders leckerer Salat wächst. Aufgrund ihrer Form werden Laufenten auch manchmal als »Flaschenenten« bezeichnet, aber Enten sind sehr sensibel und wer lässt sich schon gern als Flasche betiteln?

Wir bleiben also bei Laufente, um niemanden zu kränken. Ursprünglich ist die Laufente mit der Stockente verwandt und kam im neunzehnten Jahrhundert aus Asien nach Europa. Allerdings nicht, wie der Name vermuten lässt, zu Fuß, sondern wohl eher über Handelsrouten mit dem Schiff oder in Kisten auf dem Rücken eines Kamels. Jetzt ist sie jedenfalls da und hat hüben wie drüben ein Recht auf artgerechte Haltung!

Laufenten artgerecht halten: Was braucht die Laufente zum Glück?

Was Tiere brauchen, um artgerecht leben zu können, ist natürlich immer unsere erste Frage, bevor wir weitere Tiere aufnehmen. Ganz besonders, wenn es sich um eine Spezies handelt, die wir auf dem Begegnungshof home of nature bisher nicht hatten. Also haben wir überprüft, ob wir:

  • den Laufenten pro Tier rund 150 Quadratmeter Auslauf bieten können
  • ihnen einen Badeteich zur Verfügung stellen können. Glücklicherweise hatten wir schon vorher einen angelegt – puh!
  • die Laufenten nachts vor Fressfeinden wie Füchsen und Mardern geschützt in einem sicheren Stall unterbringen können
  • genug artgerechtes Futter vorrätig haben
Ententeich anlegen auf dem Begegnungshof
Den Badeteich hatten wir schon gebuddelt – Glück für Mister X!

Da wir schon Enten und Gänse beherbergen und auf die Bedürfnisse von Laufenten eingerichtet sind, war das alles kein Problem. Aber jetzt wird es spannend! Laufenten sind keine Einzelgänger! Am wohlsten fühlen sie sich in kleinen Gruppen und in jeder Laufenten-Gruppe sollte es für ein harmonisches Betriebsklima mindestens einen Erpel geben. Da Mister X ja nun mal ein Erpel ist, war das Problem schon mal geklärt. Jetzt fehlte nur noch die Gruppe!

Love of nature – die artgerechte Partnervermittlung für Tiere!

Ja, das klingt jetzt vielleicht skurril, aber manchmal fühlen wir uns auf dem Begegnungshof home of nature ein bisschen wie eine tierische Partnervermittlung. Als Schafbock Heinrich auf den Hof kam, kam auch seine Gefährtin Charlotte. Als unser Ganter Wilhelm kam, retteten wir Lisbeth davor, eine Weihnachtsgans zu werden, damit Wilhelm eine Freundin hat, mit der er in seiner Sprache schnattern kann. Und jetzt Mister X, der zum Entenglück eine kleine Schar Laufenten braucht. Also zogen die Damen Tickhild, Trickhild und Trackhild bei uns ein, kurz »Tick, Trick und Track« genannt. Seitdem ist in unserem Entenstall eine romantische Ü-Ei-Party im Gange!

Eine Ü-Ei-Party hat allerdings nichts mit Süßigkeiten zu tun, sondern wird für Geflügel veranstaltet, das über das Alter hinaus ist, wo es gerade erst aus dem Ei geschlüpft ist. Zu beobachten, wie Tick, Trick und Track in ihrem Handbuch das Wort »Flirten« nachschlagen und dann immer wieder um Mister X herumschleichen, ist umwerfend niedlich. Als Erpel hat Mister X sich natürlich für die Party mächtig in Schale geworfen und trägt ein chices Schmuckgefieder mit edlem Halsring, während die Damen bequeme Tarnkleidung vorziehen.

Ein dezentes Tarngefieder ist bei Laufenten nicht nur üblich, das macht es auch leichter, sich auf der Tanzfläche ganz zufällig an Mister X heranzuschleichen und mal unauffällig zu gucken, was der neue Sheriff in der Stadt wohl für ein Typ ist. Bis jetzt spielt Mister X aber eher den Schüchternen und nimmt lieber einen kühlen Drink aus der Tränke, wenn die Damen ihn neugierig umschwirren. Im Video könntet Ihr das sehr schön beobachten, wenn unsere Qualitätsprüferin Lisbeth nicht die Dreharbeiten behindert hätte, um die Kamera zu untersuchen und nach der Drehgenehmigung zu fragen!

Ein Wort zu Laufenten und Schnecken

Für Furore sorgten Laufenten in den letzten Jahren in der Gartenszene, weil sie mit Begeisterung Nacktschnecken fressen und die hat niemand gern im Salatbeet. Vor allem Anbieter für Rent-an-ent, also »die Laufente zum Mieten«, ploppten aus dem Boden wie die Pilze bei Regenwetter. Sich Laufenten zur Schneckenbekämpfung kurzzeitig zu mieten, hat aber mit Tierwohl nichts zu tun und ist auch nicht effektiv. Ständige Ortswechsel bedeuten für Laufenten einfach nur eines: Stress! Auch lohnt es sich nicht, für die temporäre Schneckenbekämpfung artgerechte Begebenheiten zu schaffen, dazu ist die Haltung der Laufenten einfach zu aufwendig.

Vor allem fressen Laufenten nicht nur Schnecken, sondern leider auch deren Fressfeinde, sodass die Schneckenpopulation sich nach Abrücken der Laufenten-Truppe schnell wieder erholt. Hinzu kommt, dass Laufenten nicht in den eigentlichen Gemüsegarten gehören. Denn das Gemüse finden sie genauso lecker wie die Schnecken. Ein bisschen Salat dazu? Aber gerne! Laufenten zu mieten wie Gebrauchsgegenstände ist also keine gute Idee, denn sie sind fühlende Wesen und möchten nicht vermietet werden.

Ist der Gemüsegarten aber geflügelsicher eingezäunt und ist die artgerechte Haltung an einem festen Standort gewährleistet, helfen Laufenten gern, die Wiesen rund um den Nutzgarten »abzuweiden« und damit den Schaden durch Schnecken zu begrenzen. Ein Argument für das Vermieten von lebenden Tieren ist die »bombastische Schneckenbekämpfung« durch Laufenten allerdings nicht. Da eignen sich eher biologische Methoden, die der NABU in einem sehr ausführlichen Artikel zusammengestellt hat.

Und wie soll Mister X nun heißen?

Jetzt haben wir alle zusammen so viel über Laufenten gelernt, dass wir die wichtigste Frage fast vergessen hätten! Also: Wie soll unser mysteriöser Mister X nun heißen? Wir fassen noch mal kurz das Wichtigste über ihn zusammen: Er ist sensibel, legt großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und ist ausgesprochen gut zu Fuß! Habt Ihr Ideen für seinen Namen? Hinterlasst uns hier oder auf unserer Facebookseite Eure Vorschläge! Wir sind gespannt und freuen uns auf Eure Ideen!

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